Sa. Okt 19th, 2019

Thomas Cook – die Pleite und die Auswirkungen

Es ist dieses Jahr schon das zweite Mal, dass tausende Reisende nicht wie geplant in ihren wohlverdienten Urlaub fahren können.
Nach der Fluggesellschaft Germania, ist nun ein kompletter Reiseveranstalter von der Pleite betroffen.

Dabei war 178 Jahre lang “Thomas Cook” ein Pionier der europäischen Reisewelt. Mit immer neuen, revolutionären Ideen sorgte Thomas Cook dafür, dass auch exotische Reisen nicht nur reichen Individualisten vorbehalten blieben.

Obwohl noch am Wochenende von Thomas Cook getwittert wurde: “Alle unsere Urlaube finden normal statt.”, hat sich in der Nacht zum Montag die Situation grundlegend geändert. Das Unternehmen teilte mit, man habe keine Alternative gehabt, als mit sofortiger Wirkung das Konkursverfahren einzuleiten.

So scheint Thomas Cook das erste Brexitopfer geworden zu sein. Das Auf und Ab des britischen Pfunds macht Urlaub für Briten in der Eurozone erheblich teurer, weshalb sich 43 Prozent der Thomas-Cook-Kunden angaben, eher nicht in der EU Urlaub machen zu wollen.

Die Auswirkungen

Wer gerade diese Tage verreisen wollte, hat kaum eine Chance die Reise, wie geplant anzutreten. Was in den nächsten Tagen passieren wird ist noch nicht abzusehen. Die deutschen Tochterunternehmen von Thomas Cook haben derzeit noch keine Insolvenz angemeldet, aber den Verkauf von Reisen gestoppt. Derzeit werden nach Unternehmensangaben letzte Optionen ausgelotet, sollten diese scheitern, sehe man sich gezwungen, ebenfalls einen Insolvenzantrag zu stellen.

Bei deutschen Pauschalreisenden greift im Fall einer Insolvenz des Veranstalters die Insolvenzversicherung. Diese ist allerdings auf 110 Millionen Euro begrenzt, die ein Versicherer für ein Geschäftsjahr vorhalten muss. Angesichts der Größe von Thomas Cook ist nicht klar, ob das ausreicht. Wenn für eine geplante Reise noch Restzahlungen ausstehen, würde ich diese Zahlung vorerst zurückhalten. Die nächsten Wochen werden Klarheit bringen.

Leider wird auch der zukünftige Urlauber die Pleite von Thomas Cook zu spüren bekommen. Bei Ausfall eines solchen Konkurrenten am Markt, können die anderen Platzhirsche einfacher an der Preisschraube drehen.

Die Auswirkung der Germania-Pleite konnte ich am eigenen Leib erfahren. Ein gebuchtes Reiseschnäppchen nach Kos von ca. 390 Euro/Woche wurde nach der Pleite vom Veranstalter storniert. Jetzt ist die gleiche Reise nicht unter 500 Euro zu bekommen.

Hoffen wir, dass die Auswirkungen der Cook-Insolvenz uns die schönste Zeit des Jahres nicht gänzlich vermiesen kann. Gegensteuern kann jeder Urlaubsuchende durch konsequente Nutzung der Vergleichsmöglichkeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.