05.08.2019

Kreuzfahren – Trinkgeldregelung von Gericht gekippt

Urteil

Urteil (© MasterTux - pixabay)

Vor dem OLG Koblenz wurde erneut und sehr aktuell die automatische Trinkgeldregelung bei den Kreuzfahrtredereien in Frage gestellt.

In diesem aktuellen Urteil (OLG Koblenz vom 14.06.2019, Az. 2 U 1260/17) ging es in der Klage gegen den Reiseveranstalter Berge und Meer.

Nach Ansicht des Gerichtes ist es nicht zulässig Trinkgelder automatisch dem Kundenbordkonto zu belasten. Auch in der Werbung muss entsprechend immer der Endpreis genannt werden. Der in den Anzeigen übliche Hinweis, dass man ja den Betrag ändern oder auch streichen könne ist nicht ausreichend. Das Gericht bestätigte mit seinem Beschluss das in erster Instanz ergangene Urteil des LG Koblenz (Az. 15 O 36/17). Eine Revision beim Bundesgerichtshof ließ es nicht zu.

So ist eine Trinkgeldempfehlung zwar erlaubt, eine automatische Buchung ist aber nicht erlaubt. In sehr vielen Fällen muss der Reisende selbst aktiv werden um bereits gebuchte Beträge vom Bordkonto zu löschen. Diese Praxis ist nicht zulässig, denn es muss dem Passagier überlassen bleiben ob und wann er Trinkgeld gibt. (das Urteil ist noch nicht rechtskräftig)

In Deutschland betrifft die Trinkgeldregelung noch Costa Kreuzfahrten, MSC Kreuzfahrten, FTI Cruises, Norwegian Cruise Line und andere. Auf den Schiffen von AIDA, TUI, TransOcean oder Phoenix scheint diese Regelung nicht mehr zu gelten.

Mit dem Inkrafttreten des Urteils werden die anderen Reedereien folgen müssen. Urlauber die vor kurzem mit Costa gefahren sind, sprechen davon, dass das Bordkonto auch nicht mehr belastet wurde.

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